Alte Holztüren im Altbau abschleifen und neu lackieren
Alte Holztüren im Altbau sind oft handwerklich gearbeitete Stücke mit Patina, die jedoch unter mehreren Farbschichten leiden. Bevor Sie zum Schleifgerät greifen, prüfen Sie den Zustand: Lose Lackstellen und alte Anstriche müssen vollständig entfernt werden, denn nur so hält der neue Anstrich dauerhaft. Arbeiten Sie sich mit einem groben Schleifpapier (etwa Körnung 80) zunächst über die gesamte Fläche, um den Glanzgrad zu brechen und Unebenheiten zu egalisieren. Bei profilierten Füllungen empfiehlt sich ein Schleifschwamm oder ein kleines Schleifdreieck, um in die Vertiefungen zu gelangen, ohne das Holz zu beschädigen. Danach folgt ein Feinschliff mit Körnung 120 bis 150, der die Oberfläche glättet und die Poren für die Grundierung öffnet. Wichtig ist, dass Sie zwischen den Schleifgängen den Staub gründlich mit einem feuchten Tuch abwischen – gerade beim Altbau sanieren zeigt sich oft, dass Staubreste im Holz die spätere Lackhaftung beeinträchtigen. Vergessen Sie nicht, Türblattkanten, Falz und gegebenenfalls die Zierleisten zu bearbeiten, da sich dort alte Farbreste hartnäckig halten. Wenn Sie auf das blanke Holz stoßen, versiegeln Sie diese Stellen sofort mit einer dünnen Schicht Holzgrundierung, um ein Aufquellen durch Luftfeuchtigkeit zu vermeiden.
Nach dem Schleifen folgt die Grundierung, die nicht nur die Saugfähigkeit des Holzes reguliert, sondern auch verhindert, dass dunkle Gerbsäuren aus Eiche oder Kastanie durch den neuen Lack schlagen. Streichen Sie die Grundierung dünn und gleichmäßig mit einem guten Flachpinsel oder einer kleinen Lackrolle für glatte Flächen – bei profilierten Türen ist der Pinsel unverzichtbar. Lassen Sie die Grundierung vollständig trocknen, schleifen Sie sie leicht mit feinem Papier (Körnung 180) an, um die Oberfläche zu entspiegeln, und wischen Sie erneut ab. Beim eigentlichen Lackieren sollten Sie auf lösemittelhaltigen Alkydlack zurückgreifen, da dieser widerstandsfähiger gegen Kratzer und Feuchtigkeit ist als wässrige Systeme, und rühren Sie das Gebinde gründlich auf. Tragen Sie den ersten Decklack in dünner Schicht auf, idealerweise von innen nach außen, und vermeiden Sie es, in einer Bahn zu verstreichen, die nasse Kante erneut zu überrollen – das führt zu Schlieren. Nach einer Trockenzeit von mindestens zwölf Stunden schleifen Sie mit Körnung 220 leicht nach und lackieren ein zweites Mal. Für ein makelloses Ergebnis legen Sie die Tür flach auf zwei Böcke, denn so verhindern Sie Nasen an der Unterkante. Achten Sie auf eine staubarme Umgebung und eine Temperatur um die zwanzig Grad, sonst trocknet der Lack zu schnell oder zu langsam. Zum Abschluss kümmern Sie sich um die Beschläge und das Türblattumfeld: Entfernen Sie alte Scharniere, Schlösser und Klinken vor dem Schleifen, oder kleben Sie sie sorgfältig mit Malerkrepp ab, um Kratzer zu vermeiden. Details ansehen dem Trocknen des zweiten Anstrichs sollten Sie die Tür mindestens eine Woche lang nicht stark beanspruchen, da der Lack noch nachhärtet – dann erst die Beschläge wieder montieren und die Schließmechanik justieren. Wenn Sie zudem den Zargenrahmen im Mauerwerk überprüfen, gehört dies zum ganzheitlichen Altbau sanieren, denn eine feuchte oder undichte Zarge kann später Lackschäden verursachen. Kontrollieren Sie nach dem Einbau, ob die Tür im Falz überall gleichmäßig schließt, und schleifen Sie gegebenenfalls die Kanten leicht nach, um Spannungen zu vermeiden. Bei Türen mit alten Glasfüllungen sollten Sie diese ebenfalls abkleben und die Kittreste vorsichtig mit einem Spachtel entfernen – frischer Kitt sieht nicht nur besser aus, er schützt auch das Holz vor Feuchtigkeit. Ein letzter Tipp für die Pflege: Verwenden Sie künftig nur noch ein feuchtes Tuch mit mildem Reinigungsmittel, aber vermeiden Sie aggressive Scheuermittel, sonst vergreist die Oberfläche schnell. So bleibt Ihre aufwendig gearbeitete Tür ein Blickfang, der dem gesamten Altbau sanieren einen würdigen Abschluss verleiht und über Jahre Freude bereitet.